Tiny House [Update 2020] I Die wichtigsten Informationen I LIVEE
Das Bild zeigt ein Tiny Haus von Innen. Zu sehen ist der Wohnbereich mit einer Küche und einem Bett

Tiny House: Kosten, Größe, Bauweise, Stellplatz & Baurecht

Du interessierst dich für ein Tiny House, um nachhaltiger, flexibler, unabhängiger und günstiger zu Wohnen? Dann bist du hier genau richtig. In diesem Artikel findest du wichtigsten Grundlagen zum Thema Tiny House. Wir wünschen dir viel Freude beim Lesen.

In diesem Artikel erfährst du:

Was ist ein Tiny House?

Das kann man gar nicht so genau sagen. Es gibt in Deutschland nämlich keine rechtliche Definition was ein Tiny House ist und was nicht. Als Tiny Haus wird grundsätzlich ein kleines Gebäude bezeichnet, dass auf einem Grundstück steht.

Wenn du dich mit einem Tiny Haus beschäftigst, dann solltest du dir umbedingt Gedanken zu den unterschiedlichen Haustypen machen. 

Welcher Haustyp ist der Richtige? Vielleicht wirst du überlegen, warum muss man sich diese Frage überhaupt stellen, wenn man ein Tiny Haus Projekt realisieren möchte. Nun, es gibt ganz viele verschiedene Tiny Hauses: Tiny House on Wheels, Minihaus, Kleinhaus, Mikrohaus, Modulhaus, Containerhaus und noch ein paar mehr. Welches ist also das Richtige für dich? 

Unsere Erfahrung zeigt: Ganz viele Bauherren nehmen sich viel zu wenig Zeit für diese Frage. Die Folge ist, sie stellen dann nach einiger Zeit fest, dass sie lange nach dem falschen Tiny Haus gesucht haben. Auch wir selber haben diese Erfahrung gemacht und das für uns passende Tiny House Konzept Stück für Stück weiterentwickelt.

Es lassen sich drei grundsätzliche Bauformen unterscheiden: Tiny House on Wheels, Modulhäuser und Minihäuser. So werden zum Beispiel für das Minihaus auch Bezeichnungen wie Mikrohaus, Kleinhaus oder Singlehaus verwendet. Das Gleiche gilt für das Modulhaus. Hier wirst du auch auf Begriffe wie Containerhaus oder Systembau stoßen. Für Tiny Houses on Wheels werden Begriffe wie Haus auf Rädern oder Tiny House auf Rädern verwendet.

Wie lassen sich diese unterschiedlichen Haustypen also genauer unterscheiden? Zwei Kriterien, die Gebäudegröße und die Mobilität, helfen die drei unterschiedlichen Haustypen für Tiny Hauses näher zu beschreiben:

Größe

Zum einen lassen sich die unterschiedlichen Bauformen nach ihrer Größe unterscheiden. Die folgende Infografik zeigt eine grobe Einordnung entsprechend der Gebäudegröße. Die Grenzen sind fließend und Abweichungen von dieser Gruppierung sind möglich.

Mobilität

Zum anderen gibt es unterschiedliche Formen der Mobilität. Man unterscheidet zwischen sehr mobilen Bauformen (Tiny House on Wheels), die direkt auf ein Fahrgestell (Trailer) gebaut werden, und transportierbaren Bauformen (Modulhäusern), die mithilfe eines Schwerlasttransportes bewegt werden. Zudem gibt es auch Bauformen, die stationär gebaut werden (Minihäuser) und nicht bewegt werden können. Auch hier gibt es natürlich in Einzelfällen Ausnahmen.

Die Mobilität und die Gebäudegröße sind aber nur zwei Faktoren, die für Auswahl des richtigen Haustyps berücksichtigt werden sollten. Wir empfehlen in unseren Beratungen sich unbedingt auch Gedanken zu weiteren Kriterien wie z. B. Budget, Flexibilität, Ökologie und Bauweise zu machen.

Viele Bauherrn haben oft schon konkrete Vorstellungen z. B. bzgl. Ökologie. Sie kennen aber die Vor- und Nachteile der einzelnen Haustypen dazu nicht im Detail. Wir erleben also ganz oft, dass Bauherrn sich oft sehr sicher sind bzgl. der Einschätzung des richtigen Haustyps. Prüft man aber dann die Annahmen und schaut etwas näher hin, wie umfangreich sich jemand mit den einzelnen Haustypen beschäftigt hat, stellt man oft fest, dass die Entscheidung unter falschen Annahmen und aufgrund unzureichender Informationen getroffen wurde.

Das Bild zeigt ein Minihaus in einer schönen Umgebung.

 

Wie groß ist ein Tiny House?

Die Größe deines Tiny Houses hängt von dem Haustyp ab. Die Tiny House on Wheels liegen bei ca. 10-25 qm, die Minihäuser zwischen 40-100 qm und die Modulhäuser sind bzgl. der Größe offen, aufgrund ihrer flexiblen Bauweise.

Was kostet ein Tiny House?

Die Preise von für ein Tiny Haus hängen von der Größe und der Ausstattung ab. Kleine Tiny Houses (z.B. Tiny House on Wheels) gibt es im Bausatz bereits ab 24.000 Euro. Im Regelfall belaufen sich die Kosten aber zwischen 1.800 Euro und 2.400 Euro pro qm Wohnfläche. Zusätzlich fallen weitere Kosten für den Transport, die Erschließung und für Fundamente an. 

Wie wird ein Tiny House gebaut?

Dein Tiny House kann in Holzständer- oder Massivbauweise errichtet werden. Einige Anbieter bieten auch Tiny Hauses mit einer Stahlkonstruktion oder als massiven Steinbau an. Die Bauweise hängt von den Haustypen ab.

    Das Bild zeigt ein Tiny House von innen. Zu sehen ist ein Tiny House on Wheels mit einem Wohnbereich und Schlafbereich.

     

    Wie finde ich ein Grundstück für ein Tiny House?

    Wie finde ich ein Grundstück für mein Tiny Haus? Es gibt wohl derzeit keine spannendere Frage und unsere Erfahrung zeigt, die meisten Tiny Haus Projekte scheitern nicht an der Finanzierung oder anderen Dingen. Die meisten Projekte scheitern, weil kein passendes Grundstück für das Tiny House gefunden werden kann. Diese Herausforderung wird von den meisten Bauherrn unterschätzt.

    Es stehen dir derzeit drei Möglichkeiten für einen Stellplatz zur Verfügung:

    1. Kauf eines Grundstückes
    2. Pacht eines Grundstückes
    3. Alternative Stellplätze (z. B. Tiny House Village, etc.)

    Aus der Praxis wissen wir, dass viele Bauherrn oft bei der Suche ohne Strategie und Plan vorgehen. Viele suchen z.B. für ein dauerhaftes Wohnprojekt einen Tiny House Stellplatz auf einem Freizeitgrundstück oder im Außengebiet. Diese Vorgehensweise ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Viele Bauherrn suchen monatelang nach einem Grundstück und geben dann enttäuscht auf.

    Wir haben die wichtigsten Fragestellungen bzgl. einem Grundstück für ein Tiny House hier zusammengefasst:

    • Welche Grundstücke kommen überhaupt in Frage?
    • Wie möchtest du dein Tiny Haus überhaupt nutzen?
    • Brauchst du eine Baugenehmigung für dein Haus auf Rädern?
    • Wie findest du heraus, ob dein Tiny House auf dem Grundstück genehmigt werden kann?
    • Brauchst du einen Wasser, Abwasser, Strom und Telekommunikationsanschluss?
    • Was für Tipps aus der Praxis gibt es für die Grundstückssuche (Anzeigen, Gespräche mit Baubehörden, etc.)?
    • Was muss ich bei einem Pachtgrundstück beachten?
    • Was gilt es bzgl. der Kommunikation mit den Baubehörden zu beachten?

    Wie finde ich den richtigen Tiny House Anbieter?

    Der letzte Schritt für ein erfolgreiches Tiny House Projekt ist die Auswahl des richtigen  Anbieters, falls du nicht selbst dein Tiny Haus bauen möchtest.

    Du baust im Regelfall nur ein Tiny Haus in deinem Leben. Aus diesem Grund sollte die Wahl des richtigen Tiny House Anbieters wohlüberlegt sein – ein einfacher Umtausch ist ja ausgeschlossen. Zudem investierst du eine nicht unerhebliche Menge an Geld.

    Schaut man sich den Markt für Tiny Haus Anbieter an, verliert man schnell den Überblick. Ca. 30 bis 50 Hersteller findet man im deutschsprachigen Raum. Einige Unternehmen sind seit vielen Jahren im Markt aktiv, andere kommen gerade neu dazu.

    Die Angebote, die du für Tiny Houses findest, unterscheiden sich im Preis. Es gibt aber auch große Unterschiede in der Qualität, der Bauweise, Ausstattung und der verwendeten Materialien. Wenn du z.B. Wert auf eine ökologische Bauweise legst ist es gar nicht so einfach herauszufinden, welcher  Anbieter tatsächlich nach ökologischen Standards baut und welcher nicht.

    Es stellt sich also die Frage: Wie kann man die unterschiedlichen Angebote der Anbieter und Hersteller miteinander vergleichen? Die einfache Antwort: Wenn du vergleichbare Informationen im Internet finden würdest, wäre das überhaupt kein Problem – die Welt sieht aber leider anders aus.

    Ein Beispiel: Man sieht im Internet drei Tiny House Anbieter mit unterschiedlichen Preisen. Empfiehlt es sich, die Anbieter nach ihren Preisen zu bewerten? Die klare Antwort ist: nein – denn du weißt nicht was hinter den Preisen steckt. Bezieht sich der angegebene Quadratmeterpreis auf die Wohn- oder die Gebäudefläche? Sind die Kosten für die Fundamente und die Montage bereits enthalten? Wie viel kostet der Transport? Welche Einrichtung ist im Preis enthalten und welche nicht?

    Möchtest du die unterschiedlichen Anbieter vergleichen, empfehlen wir dir auf folgende Punkte genauer zu achten.

    – Erfahrung, Know-how und Expertise

    – Anzahl realisierte Bauprojekte

    – Liefergebiet

    – Kontakt zu Referenzkunden

    – Musterhäuser

     

    Das Bild zeigt ein Minihaus von innen. Zu sehen ist ein Wohnbereich und Schlafbereich.

    Wo kommt der Tiny House Trend her?

    Der Ursprung der Bewegung liegt in den USA. 1973 veröffentlichten Lloyd Kahn und Bob Easton das Buch „Shelter“, in dem Minihäuser aus der ganzen Welt vorgestellt wurden. Weitere Bekanntheit erreichten Tiny Houses durch das Buch „Tiny Houses: or How To Get Away From It All“ des US-amerikanischen Architekten Lester Walker. Die Bewegung nahm Fahrt auf. Weitere Publikationen, wie z.B. „The not so big house“ von Sarah Susanka, bereiteten den Weg zum heutigen Erfolg der Bewegung.

    Als einer der bekanntesten Vertreter der Bewegung gilt Jay Shafer, der in den USA Tiny Houses entwickelt und Baupläne und Workshops über seine „Four Lights Tiny House Company“ anbietet. Den großen Durchbruch erlebten die Tiny Hauses während der Finanzkrise 2009, in der viele Immobilieneigentümer in den USA ihre großen Häuser verloren. Kern des Tiny Haus Movement in den USA sind die Tiny Houses on Wheels (THOW). Hierbei werden die Häuser auf ein Fahrgestell (Trailer) gebaut, um eine Gesetzeslücke in den USA auszunutzen.

    Tiny House Bewegung in Deutschland

    Mit der Zeit kam die Tiny House-Bewegung auch nach Europa und in Deutschland an. In der deutschen Kinderfernsehsendung „Löwenzahn“ wurde die Idee eines minimalistischen Lebensstils bereits 1980 aufgegriffen und an der Hauptfigur Peter Lustig veranschaulicht. Die Sendung spielte meist bei Lustigs ausgebauten Bauwagen und brachte dadurch diese alternative Lebensform einem breiten Publikum näher. In Deutschland zählen Klaus Toczek aus Braunfeld und Hanspeter Brunner aus Staufen zu den ersten Pionieren, die selbst ein eigenes Tiny Haus gebaut haben.

    Die Philosophie der Tiny Haus Bewegung ist im Wesentlichen eine Reduzierung („Downsizing“) der Wohnfläche mit dem Ziel eines möglichst geringen ökologischen Fußabdrucks, dem Einsatz von umweltgerechten Baustoffen, wenig verbauter Fläche und einem minimalistischen Lebensstil.

    Das Bild zeigt Tiny Haus Interessierte auf der Messe in Karlsruhe

    Ist die Tiny House Bewegung nur ein Hype?

    Die Tiny House-Bewegung beschäftigt sich mit einer existenziellen Frage in unserer Gesellschaft: Wie findet man in der heutigen Zeit noch bezahlbaren Wohnraum? Tiny Houses, Minihäuser oder Modulhäuser sind dabei die Antwort auf die heutigen Anforderungen an ein Eigenheim. Sie sind kostengünstig, energieeffizient, erweiterbar und mobil. Sie bieten dir Wohneigentum, das zu deinen individuellen finanziellen Möglichkeiten passt. Zudem ermöglichen sie dir eine große Freiheit in der Gestaltung deines zukünftigen Lebens im Hinblick auf Beruf, Familie und Wohnort.

    Unser Fazit: Tiny Häuser sind ein Trend und kein Hype, der zukünftig noch an Bedeutung gewinnen wird. Aktuell besteht die größte Herausforderung noch in der Suche nach einem passenden Grundstück für ein Tiny Haus. 

    Warum scheitern so viele Tiny House Projekte in Deutschland?

    Aus vielen Coachings und Beratungsgesprächen mit Bauherrn wissen wir, dass sich viele Bauherrn viel zu wenig Zeit nehmen und sich grundlegende Fragen zu ihrem Tiny House Projekt nicht stellen.

    Das lässt sich leider auch derzeit mit Zahlen sehr gut belegen. In Deutschland interessieren sich über 20.000 Menschen für ein Tiny House. Tatsächlich werden nach unseren Marktinformationen aber nur 300-500 Tiny Häuser realisiert. Aus vielen Gesprächen mit Bauherrn wissen wir: die meisten Bauherren kommen nur sehr langsam voran, verlieren viel Zeit und Geld und geben irgendwann frustriert auf. Viele fühlen sich komplett alleine gelassen von der Politik und den örtlichen Baubehörden. Viele Bauherrn sind auch überfordert mit der großen Anzahl an intransparenten und oft auch falschen Informationen, die man im Internet zu Tiny Houses findet.

    Aus unser eigenen Erfahrung wissen wir, wie du dich vielleicht gerade fühlst. Wir möchten dir aber gerne Mut machen. Wir sind davon überzeugt, dass dein Haus auf Rädern Projekt in Deutschland möglich ist; du musst dich einfach nur sehr gut darauf vorbereiten.  

    Bildnachweis (v.o.n.u.)

    • Header: Getaway
    • Marieken Verheyen – Re:hof Rutenberg
    • Tischlerei Bock
    • www.torbeneskerod.com
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