Das Bild zeigt ein Modulhaus auf einer grünen Wiese.  Das Modulhaus hat eine Außenfassade aus Holz mit einer großen Fensterfront

Modulhaus & Containerhaus: Kosten, Vor- und Nachteile, Größe und Bauweise

 

Das Modulhaus ist gerade voll im Trend. Du wünschst dir ein eigenes Zuhause, dass sich an deine Bedürfnisse flexibel anpasst? Ein Haus, das also mit dir umziehen und sich je nach Lebenssituation vergrößern oder verkleinern kann? Da haben wir etwas für dich! Hier erfährst du, was hinter dem Modulhaus-Trend steckt. In diesem Artikel findest du alles zu:

Was ist ein Modulhaus?

Ein Containerhaus bzw. Modulhaus ist ein Gebäude, das aus mehreren vorgefertigten Bauelementen z.B. Modulen, Komponenten oder Bauteilen zusammengesetzt wird. Wundere dich bitte nicht, aber in der Baubranche werden eine Vielzahl von Bezeichnungen für diese Bauform verwendet: Ob Modulbau, Systembau, modulares Bauen, modulares Raumsystem, Raumzellen, Systemgebäude oder Containerhaus. Alle diese Begriffe beschreiben die Konstruktion eines Gebäudes mit vorgefertigten Modulen. Ein Modulhaus ist transportierbar: Du kannst mit deinem Modulhaus also auf Wunsch nochmal umziehen. Dafür benötigst du aber einen LKW und einen entsprechenden Kran. Das unterscheidet das Modulhaus von einem stationären Minihaus und einem Haus auf Rädern, welches du mit einem PKW transportieren kannst. 

 

Das Bild zeigt ein Modulhaus von Innen. Man sieht ein Schlafzimmer mit einem großen Fenster nach draußen

Wie groß ist ein Modulhaus?

Der große Vorteil des modularen Bauens ist, dass du dein Modulhaus beliebig erweitern kannst. Damit stehen dir mit einem Modul von ca. 20 bis 40 qm bis zu einem Wohngebäude mit mehr als 100 bis 200 qm alle Möglichkeiten offen. Auf dem Markt gibt es derzeit unterschiedliche Größen für ein Modul (z B. 3,00 m x 8,00 m bis zu 4,35 m x 14,50 m). Die Größe deines Modulhauses ist im Wesentlichen durch den Transport, für den es Auflagen aus der Straßenverkehrsordnung gibt, beschränkt. Zum Beispiel benötigen Wohnmodule mit einer Breite von über 2,55 Metern eine Sondergenehmigung. Bei der Auswahl der Wohnmodule für dein Modulhaus solltest du also im Hinterkopf haben, dass bei einem zukünftigen Umzug höhere Transportkosten (Straßensperrung, Umfahrung aufgrund von Brücken etc.) bei sehr breiten bzw. hohen Wohnmodulen entstehen können.

Das Bild zeigt eine mögliche Größe eines Modulhauses. Das Modulhaus ist zweistöckig und besteht aus zwei Modulen.

Was kostet ein Modulhaus?

Das lässt sich pauschal nicht so einfach beantworten. Die Preise variieren unter den Herstellern in Abhängigkeit von Ausstattung und Größe. In der Regel starten die Kosten ab ca.  2000 Euro pro qm Wohnfläche. Und wie immer gibt es für die Preise nach oben natürlich keine Grenzen. Die große Chance bei einem Modulhaus für dich besteht darin, dein Modulhaus an deine finanziellen Möglichkeiten anzupassen.

Wie ist ein Modulhaus gebaut? 

Modulhäuser bzw. Containerhäuser werden je nach Hersteller in unterschiedlicher Bauweise gefertigt. Zum einen gibt es Anbieter, die sich auf eine Holzständer- bzw. Massivholzbauweise spezialisiert haben. Wieder andere setzen auf eine Leichtbauweise aus Stahl und zu guter Letzt gibt es auch Hersteller, die Schiffscontainer verwenden. Für dich als Bauherr stehen unterschiedliche Ausbaustufen für dein Modulhaus zur Verfügung. Bei vielen Herstellern kannst du zwischen einem Rohbau (z.B. Bodenplatte, geschlossene Wände, Dach), einem Ausbau (z.B. Innenausbau mit Installation) und einem schlüsselfertigen Modulhaus bzw. Containerhaus wählen. Nach der werkseitigen Fertigstellung wird Dein Modulhaus zu Deinem Baugrundstück transportiert. Dort wird es mit Hilfe eines Schwerlastkrans auf Dein Grundstück gehoben und auf einem Fundament im Boden verankert. Zu Auswahl stehen Dir hier Punktfundamente oder Streifenfundamente, die frostsicher ca. 80 cm im Boden installiert werden. Neben Betonfundamenten bieten einige Hersteller auch Drehfundamente aus Stahl an. Diese können bei einem Umzug einfach mitgenommen und am neuen Bauplatz wiederverwendet werden. Zum Schluss wird Dein Modulhaus noch an die Ver- und Entsorgung (Strom, Wasser, Abwasser, Kommunikation) angeschlossen. Für den Aufbau braucht es nur wenige Tage und anschließend kannst du dein neues Zuhause schon beziehen.

Wie finde ich ein Grundstück für ein Modulhaus? 

Welche Optionen du für ein passendes Grundstück für dein Modulhaus hast, findest du in unserem Artikel Tiny House Grundstückssuche. Möchtest Du mehr zum Thema Baurecht erfahren, dann lese Dir unseren Artikel zur Tiny House Baugenehmigung durch. 

Das Bild zeigt den Transport eines Modulhauses. Das Modulhaus wird mit dem LKW transportiert und mit einem Schwerlastkran auf Punktfundamente eingehoben.

Was sind die Vorteile, wenn du ein Modulhaus kaufen möchtest?

Entscheidest du dich als Bauherr dazu ein Modulhaus zu kaufen, dann profitierst du von:

Bau- & Betriebskosten:

  • Gutes Preis-Leistungsverhältnis aufgrund industrieller Vorfertigung
  • Hohe Kostensicherheit durch gewerbeübergreifende industrielle Fertigung
  • Keine Kosten für kostenintensive Planungsschritte (z.B. Architektenentwurf)
  • Niedrigere Betriebskosten aufgrund kleiner Grundfläche und energieeffizienter Bauweise

Grundstück & Baurecht:

  • Bau auf kleineren Baugrundstücken möglich aufgrund platzsparender Grundrisse
  • Hohe Anpassungsfähigkeit an baurechtliche Anforderungen (z.B. unterschiedliche Dachformen möglich)
  • Schnelle Baugenehmigungen aufgrund fertiger und geprüfter Bau- und Konstruktionspläne (z.B. Statik)

Gestaltungsmöglichkeit:

  • Individuelle Gestaltungsmöglichkeit des Grundrisses (z.B. Anordnung nebeneinander, in Reihen, gestapelt)
  • Freie Gestaltungsmöglichkeiten bzgl. Raumaufteilung (z.B. Versetzen von Innenwänden, Türelementen, Fenstern)
  • Modernes und futuristisches Design

Bauweise & Umsetzung:

  • Ökologische Bauweise möglich (z.B. biologische Bauteile, verwendete Materialen lassen sich recyceln)
  • Schneller Aufbau deines Hauses auf der Baustelle (kein Stress auf der Baustelle, Aufbau in der Regel in 1-2 Tagen)
  • Hohe Terminsicherheit durch ganzjährige und wetterunabhängige Vorfertigung
  • Hohe Qualität durch kontinuierliche Kontrolle während der Fertigung und keine Witterungseinflüssen auf der Baustelle

Flexibilität und Mobilität:

  • Hohe Mobilität: Module lassen sich problemlos auf- und abbauen
  • Flexibilität im Ausbau (z.B. Familie mit Kindern, Homeoffice) oder Zurückbau (im Alter)
  • Ausbau von massiv errichteten Häusern möglich: Je nach Statik kann aufgrund des geringen Gewichts der Modulbauweise ein Massivhaus um weitere Stockwerke erweitert werden

Das Bild zeigt ein Modulhaus von Innen. Im Hintergrund der Modulhaus ist ein Wald zu sehen.

    Was sind die Nachteile, wenn Du ein Modulhaus kaufen möchtest?

    Als Bauherr solltest du Dir folgende Punkte bei Modulhäusern durch den Kopf gehen lassen:

    • Erschwerte Grundstückssuche in Baugebieten mit traditionellen Bebauungsplänen aufgrund des futuristischen Designs des Baukörpers
    • Fehlender Keller mit Stauraum. Sieh es als Chance, dich endlich von alten Dingen zu trennen, die sonst nur im Keller verstauben. Eine Unterkellerung ist aber auf Wunsch natürlich möglich
    • Hohe Kosten für den Transport, abhängig von der Strecke und den Modulmaßen (Beispiel: Ein Modul für eine Strecke von 150 km zu transportieren, kostet dich ca. 3.500 bis 4.500 Euro für LKW, Schwerlastkran und Polizeibegleitung)

     

    Wie lange beträgt die Bauzeit eines Modulhauses?

    Die Bauzeit deines Modulhauses bzw. Containerhauses ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich und hängt natürlich von verschiedenen Faktoren (z.B. Auftragslage, individuelle Kundenwünsche etc.) ab. Wenn du einen Blick auf die Webseiten von Herstellern wirfst, findest du Angaben zur Bauzeit von in der Regel 6-12 Wochen für ein Modulhaus.

    Wie hoch ist die Lebensdauer eines Modulhauses ?

    Die Lebensdauer deines Modulhauses bzw. Containerhauses entspricht der eines Fertighauses. Einige Modulhaus-Hersteller sind davon überzeugt, dass aufgrund der gewerbeübergreifenden und witterungsunabhängigen Vorfertigung die Lebensdauer sogar höher ist, als die eines Hauses in Massivbauweise. Wie bei jedem Wohngebäude hängt die Lebensdauer maßgeblich von der Qualität der eingesetzten Baumaterialen, der Ausführung und Wartungsarbeiten ab.

    Welche Anwendungsmöglichkeiten gibt es für ein Modulhaus?

    Du kannst dein Modulhaus bzw. Containerhaus als Dauerwohnsitz oder Urlaubsdomizil verwenden. Daneben gibt es weitere Einsatzmöglichkeiten wie z.B. als Büro, Atelier, Praxis, Lagerraum, Verkaufsraum, Werkstatt oder Verwaltungsgebäude.

    Wo kommt der Trend für modulares Bauen her?

    Viele glauben, der Modulbau-Trend sei eine Erfindung unserer modernen Zeit. Das stimmt so nicht. Bereits Leonardo da Vinci entwickelte im Jahr 1494 ein Haus, „Casa Mutabile“, dass er vollständig vorfertigen ließ und am Ufer des Flusses Tigris aufstellte. Laut dem Bundesverband Deutscher Fertigbau e. V. können auch Fachwerkhäuser als Vorläufer der heutigen Fertighäuser angesehen werden. Einen Aufschwung verzeichnete der Fertighausbau in der 1970er Jahren, in denen schnell und günstig Wohnraum benötigt wurde. Die Modulhäuser bzw. Containerhäuser haben sich in der heutigen Zeit weiterentwickelt und sind aufgrund ihres modernen Designs heute kaum noch von massiv gebauten Häusern zu unterscheiden.

    Das Bild zeigt einen Ausblick aus einem Modulhaus aus dem Schlafzimmer. Im Hintergrund sind durch das Fenster Bäume zu erkennen

    Bildnachweis (v.o.n.u.)