Tiny House Baugenehmigung [Update 2020] I LIVEE

Tiny House Baugenehmigung: Schritt für Schritt Anleitung und alles was du dazu wissen musst

Blogbeiträge7 Kommentare

Du interessierst dich für ein Tiny House, weil du bewusster, nachhaltiger, und minimalistischer Wohnen möchtest? Super, wir freuen uns total, dass du Teil dieser neuen Bewegung des innovativen Wohnens und Bauens bist.

Vermutlich fragst du dich wie viele andere auch, ob du für dein Tiny House eine Baugenehmigung brauchst? Ob du es am Waldrand, auf einem Freizeitgrundstück oder im Garten deiner Eltern bauen darfst? Wie du ein Grundstück für dein Tiny House findest?

Wenn ja, dann bist du hier genau richtig. Wir helfen Dir, einen Überblick zu bekommen, was du aus Sicht des Baurechts für dein Tiny House auf RädernMinihaus oder Modulhaus beachten solltest. Wir zeigen dir, welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest und wie du dir viel Zeit, Geld und Nerven bzgl. einer Baugenehmigung für dein Tiny House Projekt sparen kannst.

In diesem Artikel erfährst du:

Das Tiny House und das Problem mit dem Grundstück

Aus Gesprächen mit unseren Coaching-Teilnehmern wissen wir sehr gut, welche Themen aktuell den Tiny House Bauherrn am meisten Sorgen bereiten. Es ist die Frage nach dem Grundstück und damit verbunden die Frage nach einer Baugenehmigung für ein Tiny House.

Das können wir auch Zahlenmäßig sehr gut belegen. Aus unserer Zusammenarbeit mit den führenden Tiny House Anbietern wissen wir, dass derzeit ca. 300 – 500 Tiny Houses in Deutschland gebaut werden. Wir wissen aber auch, dass sich mehr als 20.000 Menschen für ein Tiny House interessieren. Du siehst also, du bist nicht alleine mit deinem Vorhaben.

Warum scheitern also so viele Tiny House Projekte in Deutschland? Die Antwort ist relativ einfach: die meisten Bauherrn finden kein Grundstück für ihr Tiny House. Viele recherchieren im Internet und sind irritiert, weil sie dort widersprüchliche Aussagen zum Thema Baugenehmigung für ein Tiny House finden.

Unsere Erfahrung zeigt, dass sich viele Bauherrn einfach nicht ausreichend auf das Thema vorbereiten und das Thema Baurecht und Baugenehmigung für ihr Tiny House unterschätzen. Die Konsequenz: viele Bauherrn kommen nur sehr langsam voran, sind frustriert, weil sich keine Erfolge einstellen und viele geben dann ihr Projekt nach einiger Zeit auch wieder auf.

Das zeigt ein Minihaus auf einem schönen Grundstück. Vordergrund ist ein Baum zu sehen.

Warum ist das Thema Baurecht und Baugenehmigung für ein Tiny House so komplex?

Deutschland ist nicht die USA. Bestimmt hast du schon viele inspirierende Bilder und Videos von Tiny Houses in den USA gesehen, die in landschaftlich sehr schönen Gegenden stehen. Die schlechte Nachricht ist: Deutschland ist nicht die USA. Während in den USA z.B. durch den Bau eines Hauses auf einen Anhänger das amerikanische Baurecht und auch das Thema Baugenehmigung umgegangen werden kann, sieht die Welt in Deutschland etwas anders aus. Egal, ob dein zukünftiges Eigenheim ein Tiny House on Wheels, ein Mini-Haus oder Modulhaus ist – Du wirst immer in irgendeiner Form mit dem deutschen Baurecht in Kontakt kommen.

Warum ist das wichtig, das zu verstehen? Das Baurecht regelt welches Grundstück für dein Tiny House in Frage kommt und entscheidet darüber, ob du eine Baugenehmigung für dein Tiny House benötigst.

1. Schritt: Baugenehmigung für ein Tiny House? Eine Frage der baurechtlichen Einordnung

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, wie ein Tiny House baurechtlich eingeordnet werden kann? Du kannst dein Tiny House auf Rädern, Minihaus oder Containerhaus als Fahrzeug (Wohnwagenzulassung) oder als Ladung auf der Straße transportieren.

Sobald du es aber auf einem Grundstück nach dem Baurecht nutzt, d.h. in irgendeiner Form bewohnst, wird es auf Grundlage der Landesbauordnung zu einem „Gebäude“. Dabei spielt es keine Rolle, ob dein Haus auf Rädern, einem Fundament oder ähnlichem steht.

Wir wissen, dass es gerade zu diesem Thema im Internet eine Vielzahl an widersprüchlichen Aussagen gibt, die nicht der Wahrheit entsprechen. Wir empfehlen dir also dich wirklich gut und fundiert zu informieren und nicht jeder Information, die du in einem Forum oder eine Facebook-Gruppe gelesen hast, glauben zu schenken.

.

Das Bild zeigt die unterschiedlichen Tiny House Typen die für ein baurechtliche Einordnung und der Baugenehmigung für ein Tiny House wichtig sind

2. Schritt: Brauche ich eine Baugenehmigung für ein Tiny House? Es kommt auf die Art der Nutzung an

Die Vorgaben des Baurechts hängen maßgeblich von der Art der Nutzung ab: Man unterscheidet zwischen dauerhaftem Wohnen (z.B. Erstwohnsitz), Nutzung des Gebäudes als Wochenend- bzw. Ferienhaus oder die Nutzung als Wohnwagen (gilt nur für Tiny Houses on Wheels).

Je nach Nutzung kommen für dein Bauvorhaben Grundstücke im Außenbereich oder im Innenbereich in Frage. Möchtest du in deinem Tiny House dauerhaft Wohnen benötigst du aber eine Baugenehmigung. Je nach Nutzung musst du dir neben der Frage nach der Baugenehmigung für dein Tiny House auch folgende weitere Fragen stellen:

  • Welche Grundstücke kommen für mein Bauvorhaben in Frage?
  • Wie möchte ich mein Tiny House nutzen?
  • Welche Unterschiede in der Nutzung zwischen dauerhaften Wohnen und der Nutzung als Wochenend- bzw. Ferienhaus gibt es?
  • Muss ich mein Tiny House an das öffentliche Wege- und Verkehrsnetz angeschlossen werden?
  • Was muss bzgl. dem Ent- und Versorgungsnetz (Wasser, Abwasser, Telekommunikation) beachtet werden?
  • Macht es Sinn mein Tiny House autark zu bauen?
  • Was ist zu beachten, wenn ich mit meinem Tiny House on Wheels nur reisen möchte?

Aus unser Erfahrung wissen wir, dass die Antworten auf die Fragen oft unterschiedlich ausfallen und von deinem individuellen Bauvorhaben abhängen. Wenn du konkret wissen möchtest was du bzgl. einer Baugenehmigung für dein Tiny House alles beachten solltest, dann melde dich jetzt für ein kostenloses Erstgespräch an und wir finden gemeinsam heraus, wie wir dir Schritt für Schritt bei diesem Thema weiterhelfen können.

Das Bild zeigt ein Tiny House, das dauerhaft bewohnt wird mit Wald im Hintergrund und wofür eine Baugenehmigung benötigt wird

3. Schritt: Tiny House Baugenehmigung und die rechtlichen Vorgaben eines Bebauungsplanes

Um festzulegen, wie ein Grundstück verwendet werden darf, werden diese in verschiedene Untergebiete eingeteilt (z.B. allgemeine Wohngebiete nur für Wohngebäude, Mischgebiete für Wohn- und Gewerbegebäude usw.). Hierzu erstellt die Gemeinde einen sogenannten „Flächennutzungsplan“.

Neben dem Flächennutzungsplan kann ein verbindlicher „Bauleitplan“ (Bebauungsplan) entwickelt werden. Zudem kann die Gemeinde noch eine  Ortsgestaltungssatzung“ festlegen, um sicherzustellen, dass sich das Bauvorhaben auch in das vorhandene Ortsbild einfügt.

Aus unserer Erfahrung ist sehr wichtig sich mit den einzelnen baurechtlichen Vorgaben sehr genau zu befassen. Wir stellen fest, dass viele Bauherrn mehrere Grundstücke im Blick haben, sich aber nicht ausreichend intensiv mit den baurechtlichen Vorgaben beschäftigen. Viele sind dann völlig überrascht, wenn sich ihr Bauvorhaben, dann auf dem konkreten Grundstück nicht umsetzen lässt.

Wir empfehlen dir unbedingt dich mit folgenden Themen intensiv zu beschäftigen

  • Welche Richtlinien stehen in einem Bebauungsplan und eine Ortsgestaltungssatzung?
  • Wie kannst du relevanten Unterlagen einsehen?
  • Was gilt, wenn es keinen Bebauungsplan für das Grundstück gibt?
  • Welche Anforderungen führen in der Praxis immer wieder zu Problemen, um eine Baugenehmigung für ein Tiny House zu erhalten?

Aus unser eigenen Erfahrung und einer Umfrage bei den führenden Tiny House Herstellern, haben wir uns viel Expertise und Know-how aufgebaut: gerade im Bezug auf die Fragestellungen welche baurechtlichen Anforderungen immer wieder zu Problemen bei der Baugenehmigung für ein Tiny House führen.

Wenn du konkret wissen möchtest was du hier beachten solltest, melde dich jetzt für ein kostenloses Erstgespräch an und wir finden gemeinsam heraus, wie wir dir konkret und Schritt für Schritt weiterhelfen können.

Das bild zeigt ein Tiny House auf einem schönen Grundstück. Auch hier gelten die Vorgaben des Bebaungsplanes um eine Baugenehmigung zu erhalten

4. Schritt: Tiny House Baugenehmigungsverfahren:

Welche Art der Baugenehmigung du für dein Tiny House brauchst, kannst du in der Landesbauordnung (LBO) nachlesen. Es kann für Tiny Houses, Mini-Häuser und Modulhäuser zwischen verfahrensfrei, genehmigungsfrei und vereinfachtem Genehmigungsverfahren unterschieden werden.

 TIPP: Die Anforderungen für die verschiedenen Arten der Baugenehmigung für dein Tiny House unterscheiden sich zwischen den Bundesländern. Informiere dich also, welche Anforderungen bzgl. de Baugenehmigung für dein Tiny House für dein individuelles Grundstück gelten.  

5. Schritt: Bauvoranfrage als Vorstufe zur Baugenehmigung für dein Tiny House

Wir empfehlen dir für dein Bauvorhaben zunächst einmal eine Bauvoranfrage durchzuführen. Eine Bauvoranfrage ist eine Vorstufe des Bauantrags und gibt dir die Möglichkeit, dein Bauvorhaben sowie rechtlich kritische Themen vorab zu klären. Wie eine Bauvoranfrage gestellt werden kann bzw. welche Unterlagen du dafür benötigst, ist in den Landesbauordnungen geregelt. Deine zuständige Bauaufsichtsbehörde informiert dich gerne darüber.

In der Bauvoranfrage werden Fragen beantwortet, die du in der Voranfrage gestellt hast. Sie stellt noch keine vollständige baurechtliche Klärung dar. Werden in der Bauvoranfrage aber Zusagen gemacht, so sind diese für folgende Baugenehmigungsverfahren bindend.

Aus unserer eigenen Erfahrung empfehlen wir dir vor der Bauvoranfrage zunächst ein formloses Vorabgespräch mit der zuständigen Baurechtsbehörde zu frühen. Auch hier gilt es sich gut vorzubereiten und einiges zu beachten. Viele Bauherrn gehen relativ unvorbereitet in so ein Gespräch und sind dann überrascht, warum der Ansprechpartner in der Baubehörde ihrem Bauvorhaben keine guten Chancen prognostiziert.  

Das Bild zeigt den Bauantrag für die Baugenehmigung für ein Tiny House. Zu sehen ist der Antrag in Papierform

6. Schritt: Bauantrag und alle notwendigen Unterlagen für eine Baugenehmigung

Welche Baubehörde für dein Bauvorhaben verantwortlich ist, kannst du über einen Anruf bei der Gemeinde, in der dein Grundstück liegt, feststellen. Hier reichst du deinen Bauantrag und weitere Unterlagen abhängig vom Baugenehmigungsverfahren für dein Tiny House ein. Dies stellt den vorletzten Schritt der Baugenehmigung für dein Tiny House dar. 

Auch hier gilt es sich vorab gut vorzubereiten und zu informieren, da du eine Vielzahl an unterschiedlichen Dokumenten benötigst (Bauantrag, Baubeschreibung, Pläne, etc.). Viele wissen auch nicht, dass sie einen Bauantrag nicht selbst einreichen dürfen.

Wenn du konkret wissen möchtest was du hier bzgl. einer Baugenehmigung für dein Tiny House alles beachten solltest, dann melde dich jetzt für ein kostenloses Erstgespräch an und wir finden gemeinsam heraus, wie wir dir Schritt für Schritt bei diesem Thema weiterhelfen können.

Schritt 7: Baugenehmigung für dein  Tiny House: Jetzt kann es losgehen

Mit der Erteilung der Baugenehmigung für dein Tiny House steht deinem Bauvorhaben nichts mehr im Wege. Du musst mit deinem Bauvorhaben üblicherweise innerhalb von drei Jahren beginnen. Dein Bauvorhaben darfst du insgesamt nur ein Jahr lang unterbrechen, andernfalls verliert deine Baugenehmigung für dein Tiny House ihre Gültigkeit.

Du kannst sie aber über einen schriftlichen Antrag verlängern. Wenn dein Bauvorhaben abgeschlossen ist, erfolgt die Bauabnahme durch die Bauaufsichtsbehörde. Diese prüft, ob dein Bauvorhaben auch tatsächlich mit dem genehmigten Bauvorhaben aus deinem Bauantrag in baurechtlicher und bautechnischer Hinsicht übereinstimmt.

Wenn du herausfinden möchtest, welche Optionen du für ein Baugrundstück (Kaufen, Pachten, Alternative Stellplätze) hast, empfehlen wir Dir unseren Artikel zum Thema Tiny House Grundstück

Das Bild zeigt den Gründer von LIVEE, Christian Brecht, der Bauherren zum Kauf ihres Tiny Houses berät

Hi, ich bin Christian!

Als Experte für minimalistische Wohnformen möchte ich möglichst viele Menschen auf ihrem Weg zu ihrem Tiny House unterstützen.

Damit deine Vision von einem Tiny House auch wirklich Realität wird, unterstütze ich dich in allen wichtigen Fragestellungen und versuche, dir möglichst viele Tipps auf diesem Weg mitzugeben.

Bekannt von

 

Hinweis: Ich bin weder Anwalt für Baurecht noch Architekt bzw. Bauingenieur. Der vorliegende Artikel wurde nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und geschrieben. Es handelt sich hierbei um keine rechtsverbindliche Beratung.

Quellen 

  • Schneider, Dietmar (2017): Tiny Houses und das deutsche Baurecht 
  • Verbraucher-Zentrale NRW (2017): Bauen!: Das große Praxis-Handbuch für Bauherren
  • Stiftung Warentest (2017): Unser Bauherren-Handbuch: In sieben Schritten ins eigene Haus 
Das Bild zeigt einen Ausblick aus einem Haus auf Rädern aus dem Schlafzimmer. Im Hintergrund sind durch das Fenster Bäume zu erkennen

Bildnachweis (v.o.n.u.)

Quiz I Welcher Haustyp bist Du?

Christian

Mit LIVEE möchten wir uns für bezahlbaren und flexibleren Wohnraum einsetzen, der ein einfacheres und freieres Leben ermöglicht.

Kommentare

7 Kommentare

  1. Florentin Eisler

    Hallo Christian, vielen Dank für den tollen informativen Beitrag. Typisch habe ich viele Bilder von Tiny Houses auf der Pinterest Webseite gesehen und bin ich super inspiriert, sie zu bauen. Gut, dass Du über das Baurecht geschrieben hast. Vielleicht um die Anwaltskanzlei für Baurecht zu kommen, wäre der beste Schritt vor dem Einbau.

    Antworten
  2. Neeltje Forkenbrock

    Interessant, dass ein Haus, als Container auf Rädern in Ordnung ist, auf dem Boden jedoch einer Baugenehmigung bedarf. Ich habe mich schon immer für das Konzept des Tinyhouse interessiert. Vielleicht fange ich dieses Jahr mit der Planung an.

    Antworten
  3. Neeltje

    Interessant, dass man beim dauerhaften Wohnen im Tinyhouse ein Grundstück kaufen muss. Ich hätte ein Grundstück mit einem alten Schuppen darauf. Aber ich denke da müssten Abbrucharbeiten durchgeführt werden, das wären dann wieder zusätzliche Kosten.

    Antworten
  4. Mailin Dautel

    Wir suchen nach einem passenden Grundstück, für unser Gewerbe. Es ist gut zu wissen, dass nicht jedes Grundstück für ein Gewerbebau genutzt werden darf. Da müssen wir uns genauer erkundigen und hoffentlich klappt alles.

    Antworten
  5. Florian

    Ich höre immer mehr von Containers oder Campers die als Tiny Haus dienen. Das finde ich ein faszinierendes Thema und möchte mich gerne darüber informieren. Ich würde gerne mein eigenes bauen! Der Schritt 1 finde ich sehr wichtig und kann oft unterschätzt werden. Gut zu wissen, dass man dafür eine Genehmigung braucht, auch wenn das Tiny Haus auf Räder steht!

    Antworten
  6. Hermann Willing

    Meine Vorabanfrage an das örtliche Bauamt wurde abgelehnt. Das errichten eines Mobilheims oder Tiny Haus oder Ferienhaus im Außenbereich zum dauerhaften bewohnen auf eigenem Grundstück ist in
    NRW Kreis Borken nicht zulässig .

    Antworten
  7. Sven Bergmann

    Das Baurecht hierzulande scheint mir doch wesentlich komplizierter zu sein als das in Amerika. Die Tipps helfen mir schon sehr weiter, vor allem der Hinweis, dass der Flächennutzungsplan Aufschluss darüber gibt, ob das Grundstück überhaupt für dauerhaftes Wohnen zugelassen ist. Ich denke, ich werde mich zur Sicherheit an einen Anwalt für Baurecht wenden, bevor ich mit dem Bau meines Tiny House beginne.

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

.