Tiny House Hersteller [Update 2020] I Alle wichtigen Informationen I LIVEE
Das Bild zeigt die Größe eines Tiny Houses. Zu sehen ist der Wohnbereich eines Tiny House Anbieters

Tiny House Hersteller: Wie findest du den richtigen Anbieter für dein Tiny Haus Projekt

Vom Suchen und Finden eures Tiny House Herstellers

Bei der Planung eines Tiny Houses gilt es, einige wichtige Fragen zu klären – natürlich, schließlich baut ihr nicht nur ein Haus, sondern euer Zuhause! Der Ort also, an dem ihr euch möglichst lange wohlfühlen wollt, an dem ihr glücklich leben wollt. Und: an dem ihr keinesfalls ständig daran erinnern werden wollt, wie kompliziert vielleicht die Bauphase war, oder was beim Bau alles nicht so umgesetzt werden konnte, wie ihr das ursprünglich geplant hattet. Gerade deshalb ist die Auswahl des richtigen Tiny House Herstellers eine der wichtigsten Entscheidungen, die ihr treffen müsst.

Die Herausforderung: Schaut man sich heute den Markt der Tiny House Hersteller in Deutschland an, stellt man schnell fest, dass es mittlerweile eine sehr große Anzahl an Anbietern für Tiny Houses gibt. Dazu kommt, dass jeder von ihnen viele Informationen zu seinen Häusern bietet – und ein Vergleich so oft schwerfällt. Gerade Interessenten, die noch am Anfang ihrer Planungsphase stehen, sind oft unsicher, worauf sie bei der Auswahl des richtigen Tiny House Herstellers achten sollen. Bei einer solchen Investition – und das ist ein Tiny House auf jeden Fall – will man sich schließlich nicht von schönen Worten und Bildern blenden lassen, sondern möchte eine wohlüberlegte, fundierte Entscheidung treffen. Wir haben euch deshalb die wichtigsten Kriterien für die Auswahl eures Tiny House Herstellers zusammengestellt und sagen euch, worauf es wirklich ankommt.

 

Das Bild zeigt ein Modell eines Tiny Houses eines österreichrischen Herstellers

Warum ist die Wahl des richtigen Tiny House Herstellers so wichtig?

Jeder Häuslebauer – egal, ob es um ein Haus auf Rädern, ein Modulhaus oder ein Minihaus geht – hat unterschiedliche Prioritäten, wenn es um sein ideales Zuhause geht. Für den einen ist es wichtiger, möglichst preisgünstig und schnell zu bauen, für die andere steht eine nachhaltige, ökologische Bauweise im Vordergrund und ein dritter möchte sich vielleicht möglichst autark versorgen. Und für jeden von ihnen gibt es den richtigen Tiny House Hersteller! Man muss ihn eben nur finden.

Die große Herausforderung ist nur, dass ihr beim Vergleich und der Auswahl eines Herstellers in erster Linie auf die Informationen angewiesen seid, die euch die Anbieter selbst geben. Das bedeutet leider vor allem viel Recherche und das Durcharbeiten von Internetseiten und Broschüren, denn jeder Tiny House Hersteller wirbt ja mit den Informationen, die ihm am wichtigsten sind und mit denen er sich vielleicht vom Wettbewerb abheben kann. Ein wirklicher Vergleich fällt so schwer.

Die Angebote, die ihr für Tiny Houses findet, unterscheiden sich auf den ersten Blick natürlich im Preis und vermutlich auch in der Grundfläche und der grundsätzlichen Bauweise. Aber Vorsicht: Oft lauern sogenannte versteckte Kosten, weil ein Anbieter zum Beispiel für den Transport in deine Region einen Mehraufschlag nimmt, weil sich der angegebene Quadratmeterpreis auf die Wohn- statt auf die Gebäudefläche bezieht, oder weil die Montage später extra berechnet wird. Ein reiner Vergleich nach angegebenen Preisen macht also wenig Sinn.

Dennoch ist gerade das Thema Budget und damit zusammenhängend die Finanzierung einer der wichtigsten Gründe, wohlüberlegt einen Tiny House Hersteller auszuwählen. Zum einen wünscht man sich natürlich einen Partner, der einen berät, der auf die eigenen Wünsche eingeht und auch mit individuellen Ideen punkten kann. Zum anderen baut man aber eben ein Haus – und das ist nicht mal eben einfach so umgetauscht oder zurückgegeben. Für viele Tiny House Interessenten ist der Prozess der Auswahl leider so unübersichtlich und nervenaufreibend, dass sie sowohl Geld als auch Zeit verlieren und frustriert sind, anstatt sich auf ihr neues Zuhause zu freuen. Das muss nicht so sein!

Das Bild zeigt den Wohnbereich und verdeutlicht warum die Auswahl des richtigen Tiny House Anbieters so wichtig ist

Worauf sollte man bei der Wahl eines Tiny House Herstellers achten?

Um einen ersten Eindruck davon zu bekommen, ob ein Tiny House Hersteller überhaupt relevant für euch ist, empfehlen wir euch, auf folgende fünf Punkte zu achten:

  • Erfahrung & Expertise: Klingt erstmal selbstverständlich, oder? Aber Achtung: Schaut nicht nur darauf, wie lange ein Hersteller bereits Tiny Houses anbietet. Ist er vielleicht schon länger im Hausbau an sich präsent und hat sein Portfolio erst vor ein paar Jahren um den Tiny House Bau ergänzt? Hat er Mitarbeiter, die besonders in Themen ökologische und nachhaltige Bauweise geschult sind? Handelt es sich um ein großes Team oder um ein noch junges Start-Up, das sich komplett dem Tiny House Bau und der entsprechenden Lebensweise verschrieben hat und euch kompetent beim Thema Downsizing beraten kann?
  • Anzahl der umgesetzten Bauprojekte: Das ist ein Aspekt, der sich kaum vom Thema Erfahrung und Expertise trennen lässt. Auch hier gilt: Schaut euch die Zahlen hinter den Zahlen an und setzt diese in Relation zu den für euch wichtigen Kriterien. Eventuell informiert ihr euch gerade über einen Tiny House Hersteller, der zwar erst wenige Tiny Houses gebaut hat, dafür jedoch bereits mehrere hundert Holzhaus-Projekte umgesetzt hat. Bedenkt auch, dass es in Deutschland noch immer eine überschaubare Zahl an Tiny Houses gibt!
  • Liefergebiet: Vor allem für Modulhäuser und Minihäuser gilt, dass nicht jeder Tiny House Hersteller in jede Region liefern kann oder dies mit sehr hohen Kosten verbunden ist. Klärt diesen Punkt also mit als einen der ersten, damit es euch nicht geht wie vielen anderen Bauherren, die erst sehr spät festgestellt haben, dass ihr Traumhaus leider nicht den Weg auf das dafür vorgesehene Grundstück finden wird.
  • Musterhäuser: Für viele Bauherren „normaler“ Häuser gehört der Besuch in einer Musterhaus-Siedlung ohne Frage zum Planungsprozess. Für Tiny Houses gestaltet sich dies etwas schwieriger, aber viele Hersteller haben auf ihrem Firmengelände einzelne Musterhäuser stehen. Ihr solltet euch auf jeden Fall auf den Weg machen, um ein besseres Gefühl für Größe und auch Qualität der verwendeten Materialien zu bekommen.
  • Referenzkunden: Nichts geht über Eindrücke aus erster Hand – ein guter Tiny House Hersteller weiß das und vermittelt auf Nachfrage gerne Kontaktdaten zu Referenzkunden. Mit ihnen könnt ihr alle Fragen zu ihren Erfahrungen klären. Was lief gut, was hätte besser sein können? Gute Referenzkunden machen nicht einfach nur Werbung, sondern sagen euch ehrlich ihre Meinung. Hat ein Tiny House Hersteller keine Referenzkunden, könnt ihr euch in verschiedenen Foren nach Erfahrungsberichten umhören.
    Das Bild zeigt eine Tiny House eines Herstellers von außen.

    Bauweise & Dämmung

    Für den Bau eures Tiny Houses stehen vier verschiedene Bauweisen zur Auswahl: Holzständerbauweise, Massivholz, Mauerwerk bzw. Beton und Stahlleichtbau.

    Bei der Holzständerbauweise werden Holzbalken zu einem Traggerüst verschraubt. Das ist zum einen kostengünstig und schnell aufgebaut, zum anderen aber auch – dank des Holzes – eine sehr ökologische Bauweise, die euch außerdem viel Flexibilität in der Gestaltung eures Tiny Houses lässt. Massiver und stabiler ist im Vergleich dazu der Massivholzbau, bei dem mehrere Schichten aus Vollholzplatten quer, längs und diagonal miteinander verbunden werden. Der Aufbau dauert etwas länger, aber auch bei dieser Bauweise bewahrt ihr euch viel Flexibilität.

    Der Massivholzbau punktet auch beim Thema Nachhaltigkeit, im Gegensatz zum Stahlleichtbau. Bei diesem werden Stahlprofile miteinander zu Rahmen verbunden, bevor diese Rahmen beplankt und gedämmt werden. Da diese Bauform ein geringes Gewicht aufweist, haben vor allem Tiny House on Wheels Hersteller diese Bauform im Angebot. In Deutschland ist sie bisher allerdings kaum verbreitet, weil im Vergleich zu den anderen Bauweisen stark gedämmt werden muss. Eine eher gewichtsintensive Bauweise hingegen ist das Mauerwerk. Je nach verwendetem Ziegel könnt ihr zwar gegebenenfalls auf eine Dämmung verzichten – für ein mobiles Tiny House seid ihr damit aber falsch beraten.

    Für die Dämmung kommen jeweils sowohl konventionelle als auch ökologische Dämmstoffe in Frage. Während früher vor allem mit natürlichen Rohstoffen gedämmt wurde, hat sich dies im Laufe der Zeit geändert. Kostendruck und neue Ziele bei den Dämmwerten führten zur Entwicklung konventioneller Dämmstoffe, die jedoch unter Zusatz chemischer Produkte produziert werden. Als Dämmstoffe kommen Platten aus Holzfaser oder Holzwolle, Jute, Flachs, Hanf, Zellulose oder Glas- bzw. Steinwolle in Frage. Achtung: Nicht jeder Tiny House Anbieter hat alle Dämmungen im Angebot. Je nachdem, welche Dämmung euer Favorit ist, lohnt es sich vielleicht, hier in Eigenleistung zu gehen.

      Das Bild zeigt ein Tiny House eines Anbieters bzgl. Bauweise

      Dachform

      Das Hauptkriterium für die Auswahl eines Daches ist meistens die persönliche Präferenz: Was gefällt mir besonders gut? Was passt für mich zum Rest meines Hauses? Wenig anderes beeinflusst so sehr die Optik eures Hauses wie die Form eures Dachs. Wichtig ist aber auch, dass ihr die baurechtlichen Vorgaben prüft: Welche Dachformen werden von der Gemeinde vorgeschrieben? Hier gibt es oft Einschränkungen, da sich Häuser optisch in die Umgebung einfügen sollen. Informiert euch hier unbedingt, bevor ihr euch für einen Anbieter entscheidet und werft auch einen Blick in den Bebauungsplan. Weitere Informationen zum Baurecht findest du hier.

      Für euer Tiny House kommen vier unterschiedliche Dachformen in Frage, die allerdings nicht alle von jedem Tiny House Hersteller angeboten werden:

      • Flachdach: Als Flachdach gilt ein Dach, dessen Dachneigung kleiner als 5-10 Grad ist, wobei eine Mindestneigung von ca. 1-3 Grad empfohlen wird, damit das Regenwasser noch ablaufen kann
      • Satteldach: Das Satteldach besteht aus zweit entgegengesetzt geneigten Dachflächen, die sich an einer waagerechten Kante treffen, die Dachfirst genannt wird. Die Optik kann durch die Variation des Dachwinkels noch geändert werden.
      • Pultdach: Ein Pultdach hat nur eine einzige geneigte Dachfläche, meistens mit einem sehr geringen Neigungswinkel. Dabei bildet die obere Kante der Dachfläche den First und die untere die Traufe.
      • Walmdach: Ein Walmdach zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht nur auf der Traufseite, sondern auch auf der Giebelseite geneigte Dachflächen hat. Dabei wird die dreieckige Dachfläche über der Giebelseite auch „Walm“ genannt.

      Bei den meisten Modulhäusern wird im Regelfall ein abgedichtetes Flachdach geliefert. Auf dieses kann dann ein Kaltdach – auch Showdach genannt – gesetzt werden. Hierfür fallen aber normalerweise Zusatzkosten an.

      Neben den baurechtlichen Vorschriften und euren persönlichen optischen Präferenzen sollte neben Preis, Ökologie und Wartung bzw. Pflege auch das Kriterium eines möglichen Zusatznutzen geprüft werden. Nicht jede Dachform ist für die Installation von Photovoltaikanlagen gleichermaßen geeignet. 

        Das Bild zeigt das Modell eines Herstellers mit einem Pultdach als Dachform

        Fassade

        Grundsätzlich habt ihr freie Wahl bei der Gestaltung eurer Außenfassade. Wichtig ist natürlich, dass sie ausreichenden Schutz gegen Wettereinflüsse wie Regen, Wind, Schnee und Sonne bietet. Neben Optik und Preis fallen auch Kriterien wie Pflegebedarf und Ökologie ins Gewicht. Ähnlich wie beim Dach gilt: Werft zunächst einen Blick auf die Vorgaben des Bebauungsplans oder die Gestaltungssatzung eurer Gemeinde bzw. eures Ortes. Gibt es so etwas nicht, gilt es, Rücksicht auf eure Nachbarn und das Orts- bzw. Landschaftsbild zu nehmen.

        Als Materialien für eure Außenfassade kommen Holz, Putz, Faserzement, Aluminium oder Trespa in Frage. Bei vielen Herstellern ist Putz in der Standardversion enthalten, während die anderen Varianten einen Aufpreis bedeuten. Vergleicht also auch hier genau die Beschreibungen!

        Das Bild zeigt die Fasse eines kleines Hauses auf einer grünen Wiese

        Heizung

        Eng verbunden mit dem Thema Dämmung, aber auch mit den Richtlinien der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist das Thema Heizung. Je nachdem, wie autark oder nachhaltig ihr aufgestellt sein wollt – oder könnt – gibt es verschiedene Heizungsarten, zu denen ihr euch informieren solltet:

        – Gas-Therme

        – Holzheizung

        – Pelletheizung

        – Elektroheizung / Infrarot

        – Wärmepumpe

        – Solarthermie (als Ergänzung)

        Ein guter Tiny House Hersteller unterstützt euch bei der richtigen Auswahl und berät euch, welche Heizung für euer Traumhaus am besten geeignet ist. Achtet hier auch auf die Kosten, denn neben den eigentlichen Anschaffungskosten sind die Folgekosten für Heizmaterial oder Wartung nicht zu unterschätzen.

         

         Ausbaustufen

        Die verschiedenen Ausbaustufen, die von den einzelnen Tiny House Herstellern angeboten werden, bieten eine gute Option, um nicht nur Kosten zu sparen, sondern auch, um euer Traumhaus mit einer extra Portion Individualität zu versehen – das notwendige handwerkliche Geschick natürlich vorausgesetzt. Ein Tiny House im Rohbau oder als sog. technikfertiges Haus ist nämlich erstmal günstiger als ein schlüsselfertiges Tiny House. Hier kommen dann allerdings Materialkosten auf euch zu, oder falls ihr die ein oder andere Maschine ausleihen müsst. Entsprechend solltet ihr gut rechnen und abwägen, welche Ausbaustufe die richtige für euch ist. Gute Tiny House Hersteller beraten euch zu diesem Punkt objektiv und sagen euch, worauf ihr beim Ausbau achten müsst.

        Das Bild zeigt die Tiny House eines Anbieters in der jeweiligen Ausbaustufe "schlüsselfertig"

        Ich habe eine Auswahl an Tiny House Herstellern getroffen – wie finde ich jetzt das passende Angebot für mich?

        Der erste Schritt ist geschafft: Ihr habt zwei oder drei relevante Tiny House Hersteller ausfindig gemacht, die auf dem (digitalen) Papier eure Träume erfüllen können. Im zweiten Schritt geht es nun um die „weichen“ Kriterien – ein paar davon haben wir weiter oben schon aufgelistet. Setzt euch mit den Anbietern zusammen, besprecht mit ihnen eure Wünsche und Vorstellungen und plant euer Traum-Tiny House. Meistens bekommt man im direkten Gespräch sehr schnell ein gutes Gefühl dafür, bei wem man sich gut aufgehoben und verstanden fühlt. Wer stellt die richtigen Fragen? Wer hat Vorschläge, wie ihr euer Ziel noch besser erreichen könnt? Könnt ihr vielleicht sogar ein 3D Modell eures neuen Zuhauses erstellen lassen?

        Spielt hier am besten mit offenen Karten und sagt, dass ihr natürlich auch andere Angebote einholt – bei einer solch großen Investition sollte das eigentlich für keinen Anbieter ein Problem sein. Nehmt euch Zeit für diese Phase der Beratung, denn jetzt wird es immerhin konkret. Unsere Erfahrung zeigt: Lasst jetzt nicht nur den Kopf entscheiden, sondern hört auch auf euren Bauch. Schließlich baut ihr nicht irgendein Haus – ihr baut euer neues Zuhause. Und da solltet ihr von Anfang an ein gutes Gefühl haben.

        Bildnachweis (v.o.n.u.)

        • Header: Tischlerei Bock
        • Bild 2: McCube
        • Bild 3: Tischlerei Heller & Tiny House Manufaktur
        • Bild 4:www.torbeneskerod.com
        • Bild 5: Henning Wolff, wohnimkubus.de
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        • Bild 7: Marieken Verheyen – Re:hof Rutenberg
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