Tiny Haus [Update 2020] I Die wichtigsten Informationen I LIVEE
Das Bild zeigt ein Tiny Haus von innen. Zu sehen ist ein Bett und ein Wohnbereich

Tiny Haus: Die wichtigsten Grundlagen zu Trend, Kosten,  Bau und Stolperfallen

Von: Manuela Ruff

Du interessierst dich für ein Tiny Haus, um einfacher, flexibler, unabhängiger und günstiger zu Wohnen? Dann bist du hier genau richtig. In diesem Artikel findest du wichtigsten Grundlagen zum Thema Tiny Haus. Wir wünschen dir viel Freude beim Lesen.

In diesem Artikel erfährst du:

Die Tiny Haus Basics:

Der Tiny Haus Trend:

Der Tiny Haus Bau:

Die Tiny Haus Stolperfallen:

Die Tiny Haus Basics: Was ist ein Tiny Haus?

Tiny House auf Rädern, Minihaus, Modulhaus, Mikrohaus, Singlehaus, Containerhaus, Modulhaus, Kleinhaus, Mobilheim – wahrscheinlich bist du bei deiner Recherche rund um deinen Traum vom Tiny Haus schon auf diese verschiedenen Begriffe gestoßen. Ziemlich verwirrend, oder?

Aber: verstecken sich dahinter wirklich verschiedene Bauformen? Nein, denn viele Begriffe stehen für die gleiche Bauform. Im Grunde gibt es zwei Kriterien, an denen du die Bauformen voneinander unterscheiden kannst:

Die Größe des Tiny Hauses

Auffälligstes Merkmal ist sicherlich die unterschiedliche Größe, die ein Tiny Haus haben kann. In der Infografik haben wir für dich eine Übersicht erstellt, welche Gebäudegrößen es gibt. Allerdings: es sind auch Abweichungen möglich, und die Grenzen der einzelnen Gruppierungen sind fließend. Mehr zur Größe erfährst du auch im Abschnitt weiter unten.

Die Mobilität des Tiny Hauses

Das zweite Kriterium ist die Mobilität. Hier gibt es drei verschiedene Varianten, wobei es auch hier Ausnahmen geben kann:

  • Sehr mobile Bauformen: Dein Tiny Haus wird direkt auf ein Fahrgestell, den sog. Trailer, gebaut. Damit bist du jederzeit und ohne große Herausforderungen mobil.
  • Transportierbare Bauformen: Dein Tiny Haus benötigt einen Schwerlasttransporter, um von einem Ort zum anderen bewegt zu werden – das ist also schon ein wesentlich höherer Aufwand als bei den sehr mobilen Bauformen.
  • Stationäre Bauformen: Die dritte Variante beschreibt Tiny Häuser, die gar nicht bewegt werden können.

Damit du entscheiden kannst, welche Form des Tiny Hauses am besten zu dir passt, haben wir dir weitere Informationen zu Tiny House auf Rädern, Modulhäusern und Minihäusern zusammengestellt.

Das Bild zeigt eine Infografik, welche die unerschiedlichen Tiny Haustypen darstellt.

Der Tiny House Trend: Wo kommt er her?

Wie vieles kommt die Idee der Tiny Häuser aus den USA. Für viele ist er vermutlich im Rahmen der Finanzkrise 2009 „plötzlich“ aufgetaucht, als nicht gerade wenige Immobilienbesitzer ihre großen Häuser verloren. Dabei gibt es die Tiny Haus Bewegung schon länger – genauer gesagt seit 1973, als Lloyd Kahn und Bob Easton ihr Buch „Shelter“ mit vielen Minihäusern aus aller Welt vorstellten. 14 Jahre später verhalf Lester Walker mit seinem Buch „Tiny Houses: or How To Get Away From It All“ dem Tiny Haus Konzept zu größerer Bekanntheit. Der Architekt stellt 43 Tiny Häuser vor, die er nicht nur liebevoll beschreibt, sondern auch mit Fotografien und detaillierten Zeichnungen versieht. Für viele ist das Buch auch heute noch eine wichtige Quelle der Inspiration auf dem Weg zu ihrem Traumhaus.

Wer über einen Netflix-Account verfügt, kennt vielleicht die Reality-Dokumentation „Tiny House Nation USA“. John Weisbarth und Zack Giffin begleiten ganz unterschiedliche Familien bei ihren Tiny Haus Projekten. Mit Rat, aber vor allem auch mit Tat, zeigen sie Möglichkeiten auf, wie die Häuser noch persönlicher gestaltet werden können. Darüber hinaus helfen die Experten auch bei dem oft problematischen „Downsizing“, also der Reduzierung nicht nur der Wohnfläche, sondern damit einhergehend auch der eigenen Besitztümer.

Ein weiterer bekannter Vertreter der amerikanischen Tiny Haus Bewegung ist Jay Shafer. Neben Bauplänen hat er auch Workshops zum Thema im Portfolio seiner „Four Lights Tiny House Company“. Viele seiner Häuser sind sogenannte Tiny House on Wheels, also auf Fahrgestellen, sogenannten Trailern, montierte Häuser. In den USA ist das auch die verbreitetste Bauform, weil diese eine Lücke im Gesetz ausnutzt und daher am einfachsten umzusetzen ist.

Den bekanntesten Vertreter der Tiny Haus Bewegung in Deutschland kennt ihr vermutlich noch aus eurer Kindheit: Peter Lustig, der in der Sendung „Löwenzahn“ in einem ausgebauten Bauwagen mitten im Grün seines Gartens wohnte. Wer erinnert sich nicht an die Treppe aus Stühlen, die auf seine Dachterrasse führte? Immer wieder wurde und wird der Einsatz von umweltgerechten Baustoffen in der Sendung thematisiert. Seit 1980 ist so regelmäßig die Idee einer alternativen Lebensform, eines möglichst geringen ökologischen Fußabdrucks und eines minimalistischen Lebensstils Teil unserer Fernseh-Erfahrung, und hat wahrscheinlich nicht wenige – zumindest unterbewusst – geprägt.

Klaus Toczek aus Braunfels und Hanspeter Brunner aus Staufen zählen zu den ersten, die in Deutschland selbst ein eigenes Tiny Haus gebaut haben. Klaus beschreibt in seinem Bautagebuch, wie er 2014 mit dem Bau seines Tiny House on Wheels begonnen hat, und vor welchen Herausforderungen er stand. Auch Hanspeter lässt Interessierte auf seiner Homepage an seinem Black Forest Tiny House teilhaben.

Wird der  Tiny Haus Hype anhalten?

Tiny Häuser sind mehr als nur günstige Wohnformen – auch wenn das sicherlich für viele Bauherren ein sehr wichtiger Aspekt ist. Hinter dem Trend steckt aber noch viel mehr: In der heutigen Gesellschaft sehen sich Menschen vor großen Herausforderungen in Bezug auf ihren Wohnraum.

Es gibt einen klaren Wandel hin zu einem Wunsch nach einem Lebensraum, der sich flexibel auf das eigene Leben anpassen lässt. Dazu gehören teils notwendige Veränderungen wie Arbeitsplatz- und damit häufig verbunden ein Ortswechsel, die Gründung einer Familie, der Wunsch, aus der Stadt in eine ländlichere Umgebung zu ziehen oder generell nicht sein ganzes Leben an einem Ort verbringen zu wollen, das Bedürfnis, sich auf die individuell wichtigen Dinge konzentrieren zu wollen.

Von außen kommen Themen wie die generelle Verfügbarkeit von bezahlbarem Wohnraum hinzu. Konzepte wie Tiny Häuser oder auch Micro-Housing sind deshalb unter ganz verschiedenen Aspekten für ganz verschiedene Menschen interessant. Je mehr Interessierte und potenzielle Bauherren es gibt, je mehr positive Beispiele auch in der eigenen Region umgesetzt werden, desto eher werden sich langfristig auch passende Grundstücke finden.

Sicherlich ist ein Tiny Haus nicht für jeden das Richtige, aber wer kostengünstig, energieeffizient und flexibel bauen will, sollte sich auf jeden Fall mit dieser alternativen Wohnform auseinandersetzen. Die wichtigsten Fragen, die dabei vielleicht aufkommen, haben wir euch nachfolgend zusammengefasst und beantwortet.

 

    Das Bild zeigt ein Tiny Haus auf einem Grundstück. Zu sehen ist das großes Fenster mit einer Holzfassade

    Der Tiny House Bau

    Wie groß ist ein Tiny Haus?

    Wichtigstes Kriterium beim Tiny Haus Bau ist die Größe, die euer neues Zuhause haben sollte. In einem ersten Schritt ist es deshalb wichtig, sich mit dem individuellen Platzbedarf zu beschäftigen – schließlich macht es einen Unterschied, ob du allein, mit einem Partner oder als vierköpfige Familie in ein Tiny Haus ziehen möchtest. Es gibt auch Interessenten, die Piano spielen – ein Instrument mit einem eher größeren Platzbedarf. Aber auch das ist möglich in einem Tiny Haus.

       

      Unterschieden wird grob in drei Typen:

      • Tiny House on Wheels, oder auch Tiny Haus auf Rädern: Da diese Häuser mobil sind, startet die Größe bei ca. 10 Quadratmetern; es gibt aber auch bis zu 25 Quadratmeter große Häuser.
      • Modulhaus, oder auch Containerhaus: Dieser Typ ist – wie der Name schon sagt – sehr flexibel, was die Größe angeht. Modulhäuser können bei 20 Quadratmetern starten und ohne Probleme auch bis zu 200 Quadratmeter groß sein. Wichtigstes Kriterium – neben der Finanzierung – ist, wie einfach transportabel euer Modulhaus sein soll.
      • Minihaus, oder auch Mikrohaus oder Kleinhaus: Der dritte Tiny Haus Typ startet ebenfalls bei rund 20 Quadratmetern. Bis ca. 100 Quadratmeter sprechen Experten von Minihäusern.
      Das Bild zeigt die Größe eines Tiny House. Zu sehen ist der Wohnbereich

      Was kostet ein Tiny House?

      Euer Budget für euren Traum vom Tiny Haus sollte verschiedene Bestandteile berücksichtigen:

      1. Budget für das Tiny Haus selbst – hierzu gehört z.B. auch die Lieferung bzw. der Transport eures Hauses.
      2. Budget für Grundstückskosten – hierzu gehört neben den Kosten für das Grundstück an sich auch Kosten für einen Makler, einen Notar oder auch Grundbucheintragungen, abhängig davon, für welches Grundstück ihr euch entscheidet.
      3. Budget zur Erschließung eures Grundstücks – je nach Lage und bestehender Erschließung eures Grundstücks müsst ihr euch um die Versorgung mit Strom, Wasser, Abwasser und auch Telekommunikation kümmern. Ihr solltet mit bis zu ca. 10.000 Euro für die Erschließung planen.

      Die größte Variable ist natürlich der Preis für euer Tiny Haus an sich. Je nach gewähltem Bautyp, Größe und gewünschter Ausstattung ist hier – wie bei jedem anderen Hausbau auch – eine große Varianz möglich:

      • Für ein Tiny House on Wheels, oder auch Tiny Haus auf Rädern, findet ihr Angebote zwischen 25.000 und 80.000 Euro. Bei 20 qm Fläche, zwei Etagen und Schlafmöglichkeiten für vier Personen solltet ihr ca. 60.000 Euro einplanen.
      • Modul- oder auch Containerhäuser sind nicht nur im Bau flexibel, sondern auch beim Preis, da sich diese Häuser eurem Budget sehr leicht anpassen lassen. Mit einem Quadratmeterpreis von 2.000 Euro könnt ihr gut planen.
      • Minihäuser starten ebenfalls bei 30.000 Euro. Die gängigsten Minihäuser bewegen sich allerdings zwischen 100.000 bis 180.000 Euro.

      Ihr seid euch unsicher, ob ihr ein gutes, für euch passendes Angebot gefunden habt? Wir helfen euch gern und schauen, wo sich vielleicht Kosten verstecken – sprecht uns einfach an!

      Das Bild zeigt ein kleines Haus von außen mit Kosten von ca. 2000 Euro pro qm

      Wie ist ein Tiny Haus gebaut?

      Auch beim Bau unterscheiden sich die verschiedenen Tiny Haus Typen. Für alle drei Varianten – Tiny House on Wheels, Modulhäuser und Minihäuser – kommen Holzständerbauweise, Massivholz und Stahlleichtbau in Frage; für Minihäuser kommt klassisches Mauerwerk dazu. Was verbirgt sich hinter den verschiedenen Bauweisen?

       Holzständer:

      Die Holzständerbauweise besteht – wie der Name schon sagt – aus Holzbalken, die zu einem Traggerüst verschraubt werden. Wenn ihr euch schon ein bißchen mit Tiny Häusern beschäftigt habt, habt ihr diese Bauweise bestimmt schon oft gesehen. Eine Dämmung ist hier problemlos möglich: Das Dämmmaterial wird einfach zwischen die Träger gegeben und durch die Innen- bzw. Außenbeplankung fixiert. Diese auch als Holzrahmenbau bezeichnete Bauweise ist nicht nur schnell im Aufbau, sondern auch kostengünstig. Dazu kommt, dass Holz als Baustoff zum einen leicht, zum anderen auch ein nachwachsender Rohstoff ist – wir reden hier also von einer sehr ökologischen Bauweise. Beton wird nur wenig benutzt, wenn überhaupt. Zudem seid ihr mit dem Holzständerbau flexibel beim Bau – und auch spätere Änderungen zum Beispiel an der Fenstergröße sind kein größeres Problem. Auch die Beplankungen können in Material und Farbe frei gewählt werden. 

       Massivholzbau:

      Bei dieser auch Vollholzbau genannten Bauweise werden mehrere Schichten aus Vollholzplatten quer, längs und diagonal miteinander verbunden. Die Dämmung findet – je nach Hersteller – über verschieden viele eingebaute Luftkammern statt. Ähnlich wie bei der Holzständerbauweise sind flexible Grundrisse möglich, auch wenn euch die Holzständerbauweise hier mehr Optionen bietet. Die Konstruktion ist dafür massiver und stabiler, benötigt allerdings mehr Zeit im Bau. Durch die dünneren Wände besteht die Möglichkeit, mehr Grundfläche zu realisieren. Auch diese Bauweise ist sehr nachhaltig und sorgt für ein gutes Raumklima.

       Stahlleichtbau:

      Der Stahlleichtbau ähnelt in den Grundzügen der Holzständerbauweise. Stahlprofile werden hier miteinander zu einem Rahmen verbunden. Anschließend werden diese Rahmen beplankt und gedämmt. Mehr zu den einzelnen Dämmmaterialien erfahrt ihr auch im nächsten Abschnitt.
      Im Vergleich zu den anderen Bauformen bietet der Stahlleichtbau ein geringeres Gewicht, was ein wichtiges Kriterium sein kann, wenn ihr mit eurem Tiny Haus mobil bleiben wollt. Auch die verhältnismäßig kurze Aufbauzeit und vielseitige Grundrissformen stehen auf der Plus-Seite dieser Bauweise. Dennoch wird Stahlleichtbau in Deutschland für Tiny Häuser eher selten verwendet. Ein Grund ist, dass relativ stark gedämmt werden muss. Zudem werden hier weit weniger nachhaltige Materialien eingesetzt als beim Bau mit Holz – ein wichtiger Aspekt für viele Tiny Haus Interessenten.

       Mauerwerk:

      Diese klassische Bauform kennt sicherlich jeder: Stein wird auf Stein gesetzt und mit Mörtel verbunden. Auf beide Seiten des einschaligen Mauerwerks kommt Putz – fertig. Je nachdem, welche Ziegel verwendet werden, kann sogar auf Dämmung verzichtet werden. Mauerwerk ist extrem stabil und langlebig und weist im Allgemeinen eine sehr gute Schalldämmung auf. Innerhalb der Räume kann die Akustik allerdings wegen des reflektierenden Schalls schnell zu einer Herausforderung werden. Durch die massive Bauweise ist man natürlich auch nicht mobil. Und auch beim Umweltaspekt punktet das Mauerwerk nicht: Die Herstellung von Zement ist leider sehr energieintensiv.

      Das Bild zeigt eine Holzständerbauweise.

      Wie wird ein Tiny House gedämmt?

      Im vorherigen Abschnitt haben wir bereits bei den einzelnen Bauformen immer wieder das Thema Dämmung eures Tiny Hauses gestreift. Doch warum ist Dämmung überhaupt wichtig? Die einfache Antwort: Weil wir uns in unseren Häusern vor Witterungseinflüssen schützen wollen. Ist es draußen warm, möchten wir gerne in einem kühlen Raum sein. Und im Winter, wenn es draußen wunderbar kalt ist, dann wollen wir natürlich gern im warmen sein. Damit wir also nicht Unsummen in Heizung und Klimaanlage stecken müssen, ist Dämmung also extrem wichtig – mal ganz abgesehen vom Umweltaspekt. Um unsere Energieziele zu erreichen gibt es auch in Deutschland die Energieeinsparverordnung (EnEV). In dieser ist festgelegt, welche Einsparpotenziale von Neu- und Umbauten erreicht werden müssen. Was die EnEV genau für den Bau eines Tiny Hauses bedeutet, erklären wir euch gern in einer persönlichen, individuellen Beratung.

       Allgemein lässt sich zwischen konventionellen und ökologischen Dämmstoffen unterscheiden. Schon früher wurden Häuser mit natürlichen Rohstoffen gedämmt. Weil das allerdings langfristig schwierig in der Verarbeitung war, Kosten gesenkt und Dämmwerte erreicht werden mussten wurde der Fokus zunehmend auf die Entwicklung konventioneller Dämmstoffe unter Zuhilfenahme von chemischen Produkten gelegt. Immer mehr Menschen beschäftigen sich aber mit dem Umweltaspekt dieser Dämmmaterialien, und suchen nach ökologischen Alternativen. Auch an eine spätere Entsorgung muss gedacht werden: Weil viele Dämmmaterialien als Sondermüll gelten spielt der wirtschaftliche Aspekt eine zunehmende Rolle.

      Vergleicht man konventionelle mit ökologischen Dämmstoffen, so haben beide ihre Vor- und Nachteile – entscheidend ist also eure persönliche Einschätzung, und auf welche Kriterien ihr euren Fokus legt:

      • Wärmeleitfähigkeit: Konventionelle Dämmstoffe haben hier die Nase leicht vorn. Das kann allerdings durch eine etwas stärkere Dämmung bei den ökologischen Materialien ausgeglichen werden.
      • Hitzeschutz: Hier liegen die ökologischen Dämmstoffe vorn: Jute erreicht einen Wert von 8 Stunden, während Mineralwolle nur auf 4 Stunden kommt.
      • Dampfdiffusionsfähigkeit: Auch hier liegen die ökologischen Dämmstoffe vorn. Diese können mehr Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben, was dazu führt, dass sich das Raumklima gesünder anfühlt – ein klarer Pluspunkt beim Thema Wohlfühlen.
      • Brandschutz: Hier liegen die konventionellen Dämmstoffe vor den ökologischen Materialien. Ergänzt man diese um entsprechende Brandschutzmittel, gibt es auch beim Thema Brandschutz keinen großen Unterschied mehr.
      • Preis: Die Kosten sind von einigen Faktoren abhängig, unter anderem der Bauphysik, Verarbeitungskosten und natürlich Nachhaltigkeit. Grundsätzlich sind jedoch konventionelle Dämmstoffe günstiger in der Anschaffung, weil sie ja auch für den Massenmarkt gedacht sind. Wer allerdings ressourcenschonend und mit einer möglichst positiven CO2-Bilanz wohnen möchte, sollte über die Investition in ökologische Dämmmaterialien nachdenken.

       

      Das Bild zeigt ein gut gedämmtes kleines Haus auf einer grünen Wiese

      Wie wird ein Tiny Haus beheizt?

      Wer sich mit dem Thema Dämmung beschäftigt, ist im Grunde schon ganz nah dran am Thema Heizung. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die für euer Tiny Haus in Frage kommen:

      – Gas-Therme

      – Holzheizung

      – Pelletheizung

      – Elektroheizung / Infrarot

      – Wärmepumpe

      – Solarthermie (als Ergänzung)

       Neben den initialen Anschaffungskosten sowie den Folgekosten für Heizmaterial oder Wartung sollte man sich gerade im Tiny Haus auch Gedanken um Fragen wie den Platzbedarf für die Heizung sowie das Heizmaterial und natürlich den Komfort machen. Auch hier kommt die Energieeinsparverordnung (EnEV) wieder ins Spiel, denn nicht jede Bauweise bzw. Dämmung kann mit jeder Heizung kombiniert werden.

      Das Bild zeigt eine Heizung.

      Welche Dachformen gibt es für ein Tiny House?

      Selbstverständlich soll uns unser Tiny Haus auch von oben vor Witterungseinflüssen schützen. Dafür gibt es mit Flachdach, Satteldach, Pultdach und Walmdach ganz unterschiedliche Dachformen. Das sagt euch erstmal nichts? Kein Problem: Wir haben eine kurze Definition für euch vorbereitet.

      • Flachdach: Als Flachdach gilt ein Dach, dessen Dachneigung kleiner als 5–10 Grad ist, wobei eine Mindestneigung von ca. 1–3 Grad empfohlen wird, damit das Regenwasser ablaufen kann.
      • Satteldach: Das Satteldach (auch Gipeldach genannt) besteht aus zwei entgegengesetzt geneigten Dachflächen, die sich an einer waagerechten Kante treffen, die Dachfirst genannt wird. Dabei kann durch die Variation des Dachwinkels die Optik noch verändert werden.
      • Pultdach: Ein Pultdach hat nur eine einzige geneigte Dachfläche, meistens mit sehr geringem Neigungswinkel. Dabei bildet die obere Kante der Dachfläche den First und die untere die Traufe.
      • Walmdach: Ein Walmdach zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht nur auf der Traufseite, sondern auch auf der Giebelseite geneigte Dachflächen hat. Dabei wird die dreieckige Dachfläche über der Giebelseite auch „Walm“ genannt.

      Wichtig – neben euren optischen Präferenzen – sind bei der Auswahl der Dachform aber vor allem baurechtliche Vorschriften. Nicht auf jedem Grundstück bzw. in jeder Umgebung sind alle Dachformen erlaubt. Neben den üblichen Kriterien wie Preis und Wartung solltet ihr euch auch Gedanken über Nachhaltigkeit machen. Einzelne Dachformen bieten darüber hinaus einen Zusatznutzen, wie zum Beispiel die Anbringung von Photovoltaikanlagen.

      Das Bild zeigt ein Tiny Haus mit einem Flachdach als Dachform

      Welche Ausbaustufen gibt es für ein Tiny Haus?

      Wie bei jedem klassischen Hausbau stellt sich auch beim Bau eines Tiny Hauses die Frage, wieviel Eigenleistung ihr erbringen wollt und könnt. Seid ihr handwerklich geschickt oder habt Handwerker in eurem Freundeskreis? Super, dann könnt ihr vielleicht auf ein schlüsselfertiges Tiny Haus verzichten und entscheidet euch für ein sog. technikfertiges Haus oder sogar einen Rohbau. Entscheidend ist – neben dem Preis – auch die Zeit, die ihr für euren Tiny Haus Bau aufbringen könnt. Natürlich ist ein Rohbau erstmal günstiger; fallen dann aber hohe Kosten für einzelne Materialien oder das Ausleihen von Maschinen an, spart ihr eventuell trotzdem nichts. Dafür ist euer Tiny Haus dann aber sehr individuell. Sowohl beim Rohbau als auch beim technikfertigen Haus ist zudem mit einer längeren Bauzeit zu rechnen, da – anders als beim schlüsselfertigen Haus – nicht alles aus einer Hand kommt. Auch hier gilt es, gut abzuwägen, welche Variante für euch in Frage kommt. 

      Wie findet man den richtigen Anbieter für ein Tiny House?

      Ihr habt euch zu allen Aspekten des Baus eures Tiny Haus Gedanken gemacht, habt Wünsche, Ideen und Vorstellungen festgehalten – und nun steht ihr vor der Frage, welcher Anbieter für euch der richtige ist. Tatsächlich gehört diese Frage mit zu den schwierigsten. Gerade, weil sich Tiny Hauses auch in Deutschland einer immer größeren Beliebtheit erfreuen, kommt nahezu monatlich ein neuer Anbieter auf den Markt. Wer ist also wirklich vertrauenswürdig? Wer hat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für euch? Wer unterstützt euch optimal auf eurem Weg in euer Traum-Tiny-Haus?

      Die große Herausforderung: Die einzelnen Anbieter sind nicht einfach miteinander zu vergleichen. Zunächst musst du verstehen, was in den Kosten, die auf einer Internetseite eines Anbieters aufgeführt werden, tatsächlich enthalten ist, und was nicht. Bei manchen Anbietern sind zum Beispiel Kosten für Transport, Montage und Anschluss vor Ort im Komplettpreis enthalten, bei anderen nicht. Wieviel Individualisierung ist möglich – und was kostet das jeweils? Welche Ausstattung ist enthalten, welche Materialien werden verwendet? Welche Qualität wird euer Tiny Haus haben? Das sind alles sehr wichtige Fragen, die ihr bei der Auswahl eures Anbieters beachten müsst, denn schließlich wollt ihr – im Idealfall – nur ein Tiny Haus bauen und dann sehr lange glücklich darin leben.

      Wie also aus den zahlreichen Anbietern euren perfekten Partner finden? Entscheidend sind folgende Kriterien:

      • Erfahrung & Expertise: Hiermit ist nicht nur gemeint, wie lange jemand bereits Tiny Häuser anbietet. Besteht das Team aus erfahrenen Tischlern, Schreinern und „klassischen“ Baudienstleistern?
      • Anzahl der realisierten Bauprojekte: Eine wichtige Hausnummer, aber auch hier gilt: Betrachte nicht nur die Tiny Haus Projekte, sondern ggf. auch Projekte im Bereich des Holzhausbaus, die der Anbieter erfolgreich umgesetzt hat.
      • Kontakt zu Referenzkunden: Ideal ist natürlich, wenn du Kontakt zu anderen Kunden deines Anbieters aufnehmen kannst. Wie zufrieden sind sie, auch langfristig? Welche Erfahrungen haben sie mit dem Anbieter gemacht?
      • Musterhäuser: Bekannt aus dem „klassischen“ Hausbau lohnt es sich auch beim Tiny Haus, nach Musterhäusern zu fragen und diese zu besichtigen. Vieles sieht in echt einfach anders aus als auf einem Bild.
      • Liefergebiet: Nicht jeder Anbieter liefert in jede Region nach Deutschland, oder eventuell nur zu höheren Preisen. Klingt nach einem Kriterium, das vielen klar sein sollte – unsere Erfahrung zeigt aber, dass nicht wenige Interessenten erst sehr spät feststellen, dass ihr gewählter Anbieter gar nicht bis zu ihnen liefert.

      Gerade weil es so viele Anbieter gibt, und die Vergleichbarkeit schwierig ist, haben wir die wichtigsten Anbieter für euch schon einmal überprüft.

      Das Bild zeigt Logos von verschiedenen  Anbietern

      Wie findet man einen Stellplatz für ein Tiny Haus?

      Die Suche nach einem Stell- bzw. Bauplatz für euer Tiny Haus solltet ihr auf keinen Fall unterschätzen. Tatsächlich ist nicht die Finanzierung der Grund, warum die meisten Tiny Haus Projekte scheitern, sondern weil einfach kein passendes Grundstück gefunden wird. Gerade weil der Tiny Haus Bau in vielen Gegenden Deutschlands noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es nahezu keine Grundstücke, die nur für Tiny Häuser gedacht sind. Derzeit habt ihr die Wahl zwischen Kauf oder Pacht eines Grundstücks, oder nutzt alternative Stellplätze wie Tiny Haus Villages.

         

        Entscheidend ist, dass ihr die Grundstückssuche systematisch angeht. Natürlich sind auch die Größe und Lage wichtig, wirklich entscheidend sind aber andere Kriterien:

        • Wird ein Tiny Haus auf diesem Grundstück überhaupt genehmigt?
        • Welche Art der Baugenehmigung brauche ich? Brauche ich überhaupt eine, zum Beispiel, weil ich ein Tiny Haus auf Rädern baue?
        • Welche Anschlüsse brauche ich, und wie bekomme ich diese?
        • Will ich wirklich dauerhaft auf einem Grundstück wohnen oder nur für einen bestimmten Zeitraum?
        • Was muss ich bei einem Pachtgrundstück beachten?
        • Was gilt es in der Kommunikation mit den Baubehörden zu beachten?

        Diese Fragestellungen beantworten wir in unseren Beratungen und Coachings. Möchtest du dazu also mehr erfahren, melde dich gerne für ein kostenloses Erstgespräch an und wir schauen wie wir dir bei deinem Tiny House Projekt weiterhelfen können. 

         

        Das Bild zeigt einen schönen Stellplatz in der Natur

        Die Tiny Haus Stolperfallen: Warum scheitern so viele Tiny Haus Projekte?

        Wenn ihr bis hierhin gelesen habt, könnt ihr euch die Frage fast allein beantworten: Viele Tiny Haus Projekte scheitern daran, dass es sehr viele Aspekte zu bedenken gibt, bevor ein Tiny Haus tatsächlich gebaut werden kann. Ähnlich wie beim „klassischen“ Hausbau solltet ihr ausreichend Zeit einplanen, um euch euren Traum vom Tiny Haus zu erfüllen. Plant lieber bis ins kleinste Detail, wohnt vielleicht sogar mal in einem Tiny Haus im Urlaub zur Probe. Und vor allem: Lasst euch helfen von Leuten mit Erfahrung. Aus vielen Gesprächen mit Bauherren wissen wir, dass ein Großteil irgendwann frustriert aufgibt, weil sie nur langsam vorankommen, und Zeit und Geld zum Fenster rausschmeißen. Gerade an der Kommunikation mit den örtlichen Baubehörden verzweifeln viele. Nicht nur aus unseren Beratungsgesprächen, sondern vor allem auch aus eigener Erfahrung wissen wir, wie anstrengend und nervenaufreibend ein Tiny Haus Bau sein kann. Genau aus diesen Gesprächen und Erlebnissen wissen wir aber auch: Es ist möglich, ein Tiny Haus in Deutschland zu bauen – und es lohnt sich definitiv.

         Weitere Informationen: 

        Zum Start empfehlen wir dir unser Tiny House Starterpaket, in dem du alle wichtigen Grundlagen zu deinem Tiny House Projekt kennen lernst: Hier gehts zum Tiny House Starterpaket

        Hast du eine individuelle Frage zu deinem Projekt und bist auf der Suche nach Beratung, dann kannst du jetzt ein kostenloses Erstgespräch am Telefon buchen und wir sprechen zu deinem Projekt. Hier gehts zur Terminvereinbarung

        Wenn du dich schon mit dem richtigen Tiny Haus Typ beschäftigst hast und alle wichtigen Informationen zum Baurecht kennst, du jetzt noch wissen möchtest wie du den richtigen Anbieter für dein Tiny Haus findest, empfehlen wir dir unseren Vergleich der Top Tiny Haus Anbieter. Hier gehts zur Marktübersicht

         

        Das Bild zeigt den Transport

        Bildnachweis (v.o.n.u.)

        • Header: Getaway
        • Bild 1: Marieken Verheyen – Re:hof Rutenberg
        • Bild 2: LIVEE
        • Bild 3: www.torbeneskerod.com
        • Bild 4: Tischlerei Bock
        • Bild 5: Henning Wolff, de
        • Bild 6: McCube
        • Bild 7: Marieken Verheyen – Re:hof Rutenberg
        • Bild 8: Tischlerei Bock
        • Bild 9: McCube
        • Bild 10: LIVEE
        • Bild 11: Tischlerei Bock
        • Bild 12: Tischlerei Heller & Tiny House Manufaktur

        LIVEE Newsletter

        Melde dich jetzt zum Newsletter an und erhalte regelmäig neue Infos rund um Tiny Houses und Modulhäuser.

        Damit akzeptierst du die erfassung deiner Daten, damit wir dir weitere Inhalte per E-Mail schicken können. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

        Die Anmeldung zum Newsletter war erfolgreich!

        Kostenloses Webinar

        Die drei wichtigsten Dinge für dein Tiny House

         

        Wir sprechen im Webinar zu den drei wichtigsten Dingen für dein Tiny House Projekt. Alle weiteren Informationen zu den Terminen und zur Anmeldung findest du hier: zur Webinar-Anmeldung.

         

        Alternativ trage dich hier ein und wir schicken dir eine Email mit allen weiteren Informationen zum Webinar. Damit akzeptierst du die Erfassung deiner Daten, damit wir dir weitere Inhalte per E-Mail schicken können. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

         

        Vielen Dank. Wir schicken dir in den nächsten 5 Minuten eine Email. Prüfe auch deinen Spam Ordner.